Maß-, Form- und Lagetoleranzen (ISO GPS)

Vertiefungsseminar mit Praxisanwendungen (offenes Seminar)

Die wichtigsten Prinzipien und Regeln der neuen GPS-Normen der ISO zur dimensionellen und geometrischen Tolerierung kennen und funktionsgerecht anwenden. Die Logik der geometrischen Tolerierung vollumfänglich verstehen und Tolerierungsfehler sicher vermeiden

Zum Thema

Dieses vollständig neu entwickelte Seminar zur Geometrischen Produktspezifikation (ISO GPS) mit Schwerpunkt funktions- und prüfgerechte Tolerierung von Maß, Form, Richtung, Ort und Lauf auf Basis der aktuellen GPS-Normen der ISO (ISO GPS), zeigt Ihnen anschaulich, praxisgerecht und leicht verständ­lich, was wirklich hinter der dimensionellen und geometrischen Tolerierung steckt, da die alleinige Kenntnis von Regeln, Grundsätzen und Symbolen der aktuellen ISO-GPS-Normen zwar wichtig, aber letztlich nutzlos sind, falls die fundamentale Logik der geometrischen Tolerierung nicht ver­standen und konsequent umgesetzt wird.

Das GPS-Normensystem der ISO ist bekanntlich bereits heute eines der größten Normenprojekte der ISO und eines der komplexes­ten Normensysteme der me­chanischen Technik. Um die geometrischen Werk­zeuge richtig an­zuwenden, bedarf es nicht nur kon­struktiver Erfah­rung, sondern auch ein fundiertes Wissen über die Vielzahl an "Default-Regeln", Modifikatoren sowie messtechni­schen Fachkenntnissen und letztlich ein nicht unerheb­liches Maß an Abstrak­tionsvermö­gen. Eine weitere Herausforderung bei der Anwen­dung der ISO-GPS-Standards ergibt sich im Zusammen­spiel der unzäh­ligen Werkzeuge und Regeln, mit Blick darauf, die Funktions­anforderungen möglichst opti­mal, d. h. fun­k­tions-, prüf- und kostengerecht ab­zubil­den und dabei die be­grenzten messtechnischen Mög­lichkeiten nicht aus dem Blick zu verlieren.

Sie haben es wahrscheinlich bereits selbst bemerkt: Nach dem Besuch eines Basisseminars zur geometrischen Tolerierung möchte man das Erlernte in die Praxis umsetzen und stellt dann fest, dass die Anwendung der „GPS-Werkzeuge“ auf reale Bauteile, insbesondere die Beschreibung funktioneller Anforderungen erheblich komplexer ist, als erwartet – genau hierfür wurde unser Vertiefungsseminar konzipiert. Im Vertiefungsseminar werden wir, neben einer kurzen Wiederholung der wichtigsten Inhalte aus dem Basisseminar, die neuen Regeln, Grundsätze und Tolerierungswerkzeuge, die sich u. a. mit ISO 14405-1:2016, -3:2016, ISO 17450-3:2016, ISO 1101:2017, ISO 1660:2017 sowie ISO 5458:2018, ISO 5459:2011, ISO 21204:2020, ISO/DIS 22081:2019, u. v. m. ergeben haben bzw. in Kürze ergeben werden, anhand von Beispielen unterschiedlicher Komplexität aus der Praxis und fernab jeglicher Lehrbuchtheorie (be-)greifbar machen und insbesondere vertiefte Einblicke in die Logik der geometrischen Tolerierung geben.

Mit diesem Vertiefungsseminar zur geometrischen Produktspezifikation kommen Sie dem Ziel, die einzige, weltweit für die Entwicklung, Fertigung und Messtechnik verbindliche, gemeinsame geomet­rische "Sprache" besser zu beherrschen, ein großes Stück näher. Die vielfältigen "echten" Praxisbei­spiele dürften Ihnen den Transfer auf Ihre eigenen Produkte und deren Anforderungen deutlich ver­einfachen.

Nach dem Besuch des Seminars sollten Sie in der Lage sein, die Logik der geometrischen Tolerierung vollumfänglich zu verstehen, Tolerierungsfehler künftig weitgehend zu vermeiden und auch komplexe Funktionsanforderungen souverän zu lösen.

Seminarziel

Das neu gestaltete Vertiefungsseminar zu "Maß-, Form- und Lagetoleran­zen" baut auf dem Basisseminar auf. Neben einer Wiederholung der wichtigsten Inhalte des Basissemi­nars sowie der Klärung von Teilnehmer­fragen, ist es das Ziel, die wichtigsten, neuen Tolerierungswerkzeuge und Regeln für eine funktions-, prüf- und kostengerechte geometrische Tolerierung zu besprechen und anhand konkreter Anwendungsbeispiele und Funktionsanforderungen aus der Praxis zu veranschaulichen. Nach dem Besuch des Seminars sollte es Ihnen möglich sein:

  • die Logik der geometrischen Tolerierung vollumfänglich zu verstehen und Tolerierungsfehler, insbesondere beim Aufbau von Bezugssystemen im Kontext mit einer funktionsgerechten Richtungs- und Ortstolerierung, sicher zu vermeiden,
  • Werkzeuge, wie die Maximum-Material-Bedingung, die zu einer Verminderung der Entwicklungs-, Fertigungs- und Prüfkosten führen können oder der richtige Einsatz von Filtern zu verstehen und richtig anzuwenden,
  • Ihre Produktspezifikationen (Konstruktionszeichnungen) durch Verringerung und eindeutiger Beschreibung der zu prüfenden qualitätsrelevanten Merkmale nicht nur deutlich einfacher zu gestalten, sondern daraus resultierend auch Prüfaufwand und Kosten nachweisbar zu vermindern,
  • „Angsttoleranzen“ und unbrauchbare Spezifikationen sicher zu erkennen und zu vermeiden,
  • die wesentlichen Werkzeuge der neuen GPS-Normen der ISO zur Lösung – auch komplexer – Funktionsanforderungen richtig anzuwenden.

Beson­derer Wert wird auf mögliche Anwendungen dieser Werkzeuge zur Lösung typi­scher Funktionsanforde­rungen aus der Praxis gelegt. Schwer­punkte sind hierbei unter anderem die neuen Normen ISO 1101:2017, ISO 1660:2017, ISO 5459:2011 bzw. ISO/DIS 5459.2:2017, ISO 21204:2020 , ISO/DIS 22081, ISO 5458:2018 sowie ISO 17450-3:2016.

Ihr Nutzen - Sie lernen in diesem Seminar:

  • die elementare Logik der dimensionellen und geo­metrischen Tolerie­rung vollumfänglich zu ver­ste­hen,
  • die wichtigsten Werkzeuge zur dimensio­nel­len und geometrischen Tolerierung zu verstehen und richtig an­zuwenden,
  • die Grenzen und Lücken der aktuellen GPS-Normen der ISO kennen,
  • auf welche Weise mit Hilfe linearer Größenmaße und verschiedener Modifikatoren (z. B. Hüllbedingung, globales Minimax-Größenmaß, Rangordnungsgrößenmaße, usw.) konkrete Funktionsanforderungen (z. B. Spiel- und Übermaßpassungen) unter Berücksichtigung der messtechnischer Randbedingungen beschrieben werden können. Soweit relevant, wird auch die Auswirkung auf Herstellung, Verifikation und letztlich Kos­ten thematisiert,
  • weshalb Nicht-Größenmaße (z. B. lineare Abstände, Winkelabstände, Radien oder Kanten) nicht nur mehrdeutig sind, sondern auch funktionelle Abhängigkeiten nicht beschreiben können. Konkrete Beispiele zeigen den Weg von der Funktionsanforderung zur Spezifikation,
  • die richtige Anwendung von komplementären Indikatoren (Schnitt-, Orientierungs- und Kollektionsebene sowie Richtungselement), die durch den "Wegfall" der Zeichenebene sowie der Tatsache, dass die Hinweislinie des Toleranzindikators die Orientierung der Weite der Toleranzzone nicht mehr festlegt, nunmehr in der Produktdokumentation ggf. ergänzt werden müssen,
  • auf welche Weise Toleranzzonen modifiziert wer­den können, um die Funktionsanforderungen rich­tig zu beschreiben.
  • die Notwendigkeit und die richtige An­wendung von Elementgruppenspezifikationen (CZ-, CZR-, UF- und SIM-Modifikatoren) zur Lö­sung - auch komplexer - konstruktiver Anforde­run­gen,
  • den Einfluss des Referenzelements auf den Mess­wert einer Formabweichung kennen und zugehö­rige Messergebnisse richtig zu interpretieren,
  • komplexe Bezugssysteme funktions-, fertigungs- und prüfgerecht festzulegen. Insbesondere wer­den die unterschiedlichen Assoziationsver­fahren für Bezüge in Abhängigkeit besonderer geometri­scher Eigenschaften des gefertigten Bauteils auf­gezeigt,
  • die vielfältigen Möglichkeiten, Freiheitsgrade zwi­schen Bezug und toleriertem Nenngeometrieele­ment mit Hilfe von Mo­difikatoren auf Basis von ISO 5459 richtig zu "ver­walten" und Funkti­ons­anfor­derun­gen möglichst exakt zu be­schrei­ben,
  • ein grundlegendes und umfassendes Verständnis für die funktionsorientierte Bezugsbildung. Sie werden Bezüge als eine Menge von Situationselementen eines assoziierten Geometrieelementes verstehen und die Richtungs- und Ortstolerierung letztlich als ein Blockieren der Freiheitsgrade zwischen dem/den Situations­element(en) des Bezugs und dem/den Situationselement(en) der Toleranzzone begreifen, 
  • die fundamentalen Regeln für die Bildung eines gemeinsamen Bezugs sowie eines Bezugssystems unter Be­rücksichtigung relevanter Modifikatoren (z. B. [DV]). Funktionelle aber auch messtechnische Nebenbedingungen werden Sie durch richtige Verwendung der vielfältigen Modifikatoren zur Verwaltung dieser Freiheitsgrade (z. B. [PT], [SL], [PL], ><) beschreiben können. Konkrete Beispiele aus unserer langjährigen Praxis werden Ihnen das komplexe Thema veranschaulichen und begreifbar machen,
  • unbrauchbare und fehlerhafte Bezüge und Be­zugssysteme zu erkennen und zu korrigieren,
  • die richtige Anwendung allgemeiner geometri­scher Spezifikationen, ein­schließlich der Einbin­dung von digitalen CAD-Da­tensätzen als Ersatz für eine lückenhafte Tolerie­rung auf Basis veralteter Allgemeintole­ranznor­men (wie z. B. ISO 2768-1 und -2) kennen,
  • Ihre Produktdokumentationen nicht nur deutlich einfacher zu gestalten, sondern auch Prüfaufwand und Kosten nachweisbar zu vermindern.
  • die Maximum-Material-Bedingung (MMR) nach ISO 2692:2015 bzw. ISO/DIS 2692:2019, die bei richtiger Anwendung zu einer Vermin­de­rung der Entwicklungs-, Fertigungs- und Prüfkosten führen kann, zu verstehen und richtig anzuwenden, Sie lernen aber auch die Grenzen dieser virtuellen Bedingung kennen. Die Besprechung der Minimum-Material-Bedingung (LMR) und der Reziprozitätsbedingung (RMR) runden das Thema zu den virtuellen Bedingungen ab,
  • die wichtigsten "Default"-Regeln und Regelände­rungen, die mit der Einführung der neuen GPS-Normen der ISO in den vergangenen Jahren stattge­funden haben bzw. noch stattfinden werden,
  • anhand einer Vielzahl von Beispielen, die pra­xisge­rechte Anwendung sämtlicher Aspekte der dimen­sionellen und geometrischen Tolerierung auf Basis der neuen ISO-GPS-Normen kennen.

Alle Seminarteilnehmer erhalten einen exklusiven Zugang zum Kundenbereich auf unserer Homepage mit vielen nützlichen und aktuellen Informationen, Tipps und Praxisbeispielen.

Seminarinhalte

Themenbereich 1:  Wiederholung der wichtigsten Themen aus dem Basisseminar
  • Geometrische Produktspezifikation (GPS) – Das GPS-Matrixmodell (ISO 14638:2015)
  • Operatorkonzept und Spezifikationsoperatoren (ISO 17450-2:2013)
  • Grundlegende Konzepte, Prinzipien und Regeln auf Basis von ISO 8015:2011
  • Dimensionelle Tolerierung (Maßtolerierung) – Anwendungsmöglichkeiten und Grenzen
  • Grundlagen der geometrischen Tolerierung (Symbolik, Begriffe, Visualisierung. Toleranzzonen, TED-Maße)
  • Form-, Richtungs-, Orts- und Laufspezifikationen
  • Bezüge und Bezugssysteme: Einzelbezüge, gemeinsame Bezüge und Bezugssysteme
  • Mehrdeutigkeit von Allgemeintoleranznormen und eindeutige geometrische Spezifikationen
  • Nicht formstabile Teile und projizierte Toleranzzone
Themenbereich 2:  Dimensionelle Tolerierung (Maße und Maßtolerierung)
  • Die wichtigsten Modifikatoren für lineare Größenmaße zur Beschreibung des Typs eines linearen Größenmaßmerkmals (ISO 14405-1:2016): Auswahl, Eintragung, Inter­pretation, Anwendung und Beispiele
  • Das Minimax- (Tschebyschew) Größenmaß als Grundlage für Toleranzrechnungen und als Alternative zur Hüllbedingung (Kostenreduktion)
  • Richtige (funktionsgerechte) Anwendung der Modifikatoren ACS, ALS und SCS, Anwendungsbeispiele
  • Lokale Größenmaße (u. a. Zweipunkt- und sphärisches Größenmaß, berechnetes Größenmaß, Quer­schnitts- und Teilbereichsgrößenmaß), globale Größenmaße (direkt, indirekt, berechnet), Kombinationen aus loka­lem und globalem Größenmaß (Hüllbedingung), Anwendungsbeispiele
  • Vereinigtes Größenmaßelement (UF) und gemeinsame Toleranz (CT)
  • Notwendigkeit und richtige Anwendung von Schnittebenen- und Richtungselemente-Indikatoren
  • Hüllbedingung und „rule #1“ (ASME Y14.5-2018)
  • Winkelgrößenmaße (ISO 14405-3:2016): Zweilinien-Winkelgrößenmaß (ISO-Default-Spezifikationsopera­tor), Modifikato­ren für Winkelgrößenmaße (z. B. LG, GG, GC) und Rangordnungs-Winkelgrößenmaße, Bei­spiele
Themenbereich 3:  Toleranzzonen
  • Toleranzzonendefaults
  • Spezifikation einer linear variablen Toleranzzonenweite
  • Toleranzzone mit spezifiziertem Versatz (UZ), Interpretati­onsunterscheide zwischen ISO GPS und ASME Y14.5:2018
  • Toleranzzone mit nicht spezifiziertem Versatz (OZ), Anwendungen (z. B. für Dichtflächen)
  • Default-Festlegungen, Regeländerungen, Orientierung der Toleranzzone, Orientierungsebenen-Indikator und Richtungselemente-Indikator, Beispiele
Themenbereich 4:  Formspezifikationen
  • Besondere Spezifikationselemente für Form (u. a. GT, GV, GP, GQ), Anwendungsbeispiele
  • Geradheit von Linienelementen einer Ebene, Schnittebenen-Indikator
  • Kenngrößen der Geradheit nach ISO 12780-1 (STRt, STRp, STRv, STRq) und Referenzgeraden (LSLI und MZLI), Default-Spezifikationsoperator für Geradheit
  • Kenngrößen der Ebenheit nach ISO 12781-1 (FLTt, FLTp, FLTv, FLTq) und Referenzebenen (LSPL und MZPL), Default-Spezifikationsoperator für Ebenheit, Ebenheitsmessung
  • Rundheit von Rotationsflächen (z. B. Kegel), Richtungselement (ISO 1101:2017)
  • Kenngrößen der Rundheit nach ISO 12181-1 (RONt, RONp, RONv, RONq) und Referenzkreise (LSCI und MZCI), Auswirkung der Wellenzahl je Umdrehung (UPR) auf das Messergebnis (Filterung)
  • Default-Spezifikationsoperator für Rundheit, Rundheitsmessung
  • Kenngrößen der Zylindrizität nach ISO 12180-1 (CYLt, CYLp, CYLv, CYLq) und Referenzzylinder (LSCY und MZCY), Default-Spezifikationsoperator für Zylindrizität
  • Verminderung der Fertigungskosten durch Vermeidung der Spezifikation von Zylindrizität - Alternative To­lerierungsmöglichkeiten
  • Linien- und Flächenprofilspezifikation ohne Bezüge (ISO 1660:2017), Kollektionsebenen-Indikator
  • Spezifikation eingeschränkter Bereiche, Anwendungsbeispiele
Themenbereich 5:  Geometrieelemente
  • Allgemeine Begriffe und Merkmalstypen von Geometrieelementen zur Beschreibung von Werkstücken (ISO 22432:2011, ISO 17450-1)
  • Integrale und zentrale Geometrieelemente (ISO 17450-1:2011), Default-Regeln
Themenbereich 6:  Bezüge und Bezugssysteme (ISO 5459:2011 und ISO/DIS 5459.2:2017)
  • Überblick der wichtigsten Regeln zur Bildung von Einzelbezügen, gemeinsamen Bezügen und Bezugs-sys­temen aus dem Basisseminar
  • Assoziationsverfahren (Zielfunktionen): Minimierung der Summe der Abstandsquadrate (G), Minimierung der Summe der absoluten Abstände (K), Minimierung des maximalen Abstands (C), Hüll- und Pferchele­ment (N bzw. X) - Vergleich der Verfahren, Auswahl eines optimalen Anpassungsverfahrens, Zeichnungs­eintra­gung und Anwendungstipps
  • Nebenbedingung des Materials: Mögliche Festlegung nach ISO/DIS 5459.2:2017, Modifikatoren (O, I, M, +, -), Eintragungsregeln, Anwendungsfälle und Erkennen von Widersprüchen
  • Nebenbedingung für die Dimension des intrinsischen Größenmaßmerkmals: Mögliche Festlegung nach ISO/DIS 5459.2:2017, Modifikatoren [SV] und [SF]
  • Invarianzklassen von Flächen, Situationselemente eines Bezugs, Identifikation von Situationselementen
  • Einzelbezüge: Regeln für die Bezugsbildung, Beispiele
  • Gemeinsame Bezüge: Regeln für die Bildung eines gemeinsamen Bezugs; Freigeben der Nebenbedingung des Orts [DV]; Anwendungsbeispiele
  • Bezugssysteme: Regeln für die Bezugsbildung, Erkennen unbrauchbarer Bezugssysteme, Blockieren der Ne­benbedingung des Orts für den sekundären und tertiären Bezug [DF]; Unterschiede der Interpretation zwi­schen ISO GPS und ASME Y14.5-1994, -2009, -2018
  • Verwaltung von Freiheitsgraden: Freigeben durch Auswahl von Situationselementen [PT], [SL] und [PL], Frei­geben translatorischer Freiheitsgrade ><, Blockieren individueller Freiheitsgrade (Tx, Ty, Tz, Rx, Ry, Rz)
  • Aufbau und Interpretation komplexer Bezüge und Bezugssysteme, Praxisbeispiele und Tipps
  • Referenzpunkt-System (RPS- oder 3-2-1 System), Anwendungsgrenzen
  • Modifikatoren PD, MD und LD für Gewinde, sowie ACS und ALS
  • Übungen und Praxisbeispiele zur funktions-, fertigungs- und prüfgerechten Bezugsbildung
Themenbereich 7:  Richtungsspezifikationen
  • Grundlegendes Verständnis für die Richtungs- und Ortstolerierung (Logik der Richtungs- und Ortstolerierung)
  • Unterschied und Gemeinsamkeiten zwischen Form-, Richtungs- und Ortsspezifikationen
  • Rechtwinkligkeits-, Parallelitäts- und Neigungsspezifikation – Regeln für die richtige Anwendung
  • Anwendungs- und Praxisbeispiele
Themenbereich 8:  Ortsspezifikationen
  • Unterschiede zwischen linearen, zylindrischen und kugelförmigen Toleranzzonen, Anwendungsbeispiele
  • Interpretationsunterschiede zwischen ISO GPS und ASME Y14.5 bei Position, Koaxialität und Symmetrie
  • Positions-, Konzentrizitäts-/Koaxialitätsspezifikation und Symmetriespezifikation
  • Ortsgebundene Linien- und Flächenprofilspezifikation (ISO 1660:2017) und Unterschied zur richtungsge­bundenen Linien- und Flächenprofilspezifikation
  • Allgemeine dimensionelle und geometrische Spezifikationen (ISO/DIS 22081:2019)
  • Übungs-, Praxis- und Anwendungsbeispiele zu den Ortstoleranzen
Themenbereich 9:  Elementgruppen und kombinierte geometrische Spezifikation (ISO 5458:2018)
  • Richtige Interpretation des «Grundsatzes der Unabhängigkeit» (ISO 8015:2011) und Konsequenzen für die Interpretation von Elementgruppen
  • Regeln der Elementgruppenspezifikation sowie Ausnahmen
  • Einzelne und mehrfache Elementgruppenspezifikation, SZ-, CZ- und CZR-Modifikatoren, Identifikation feh­lerhafter Sequenzen
  • Mehrstufige, einzelne Elementgruppenspezifikation, SIM-Modifikator
  • Unterschiede zwischen ISO 5458:2018 und ISO 5458:1998, wichtige Regeländerungen
Themenbereich 10: Virtuelle Bedingungen (ISO 2692:2014) - Vertiefung

Maximum-Material-Bedingung (MMR)

  • Maximum-Material-Bedingung (MMR) als Instrument zur Toleranzerweiterung und Kostenreduktion
  • Begriffe und normgerechte Zeichnungseintragung
  • Maximum-Material-Bedingung für toleriertes Geometrieelement und abgeleitetes Bezugselement
  • Korrekte Berechnung des virtuellen Materialzustandes, Nulltoleranz bei MMR
  • Lehrenprüfung
  • Übungs-, Praxis- und Anwendungsbeispiele zur Maximum-Material-Bedingung
  • Anwendungsgrenzen der Maximum-Material-Bedingung, typische fehlerhafte Anwendungen

Minimum-Material-Bedingung (LMR)

  • Minimum-Material-Bedingung (LMR) für toleriertes Geometrieelement und abgeleitetes Bezugselement
  • Begriffe und normgerechte Zeichnungseintragung
  • Korrekte Berechnung des virtuellen Materialzustandes, Nulltoleranz bei LMR
  • Anwendungsbeispiele, Mindestabstände und Wanddicken

Reziprozitätsbedingung (RPR)

  • Wechselwirkungs- oder Reziprozitätsbedingung (RPR), Anwendungsbeispiele und fehlerhafte Spezifikationen
  • Anwendungsbeispiele
Themenbereich 11: Filterung
  • Sinn und Zweck von Filtern
  • Einteilung der Filter aus der ISO 16610-Reihe
  • Lineare Profilfilter
    - Gauß-Filter: Anwendungsbeispiele, mathematische Grundlagen, Grenzwellenlänge (cut-off), Wellenzahl pro Umdrehung (UPR) und Nesting-Index
    - Spline-Filter
    - Spline-Wavelets
  • Robuste Profilfilter
    - Gaußsches Regressionsfilter
  • Morphologische Filter
    - Anwendungsbeispiele
    - Mathematische Grundlagen
    - Filterarten (Opening- und Closing-Filter)
  • GPS-Nomenklatur für Filter
Themenbereich 12: Populationsspezifikation (ISO 18391:2016)
  • Begriffe, Symbolik, mathematische (statistische) Grundlagen
  • Regeln zur Festlegung einer Populationsspezifikation
  • Anwendungsbeispiele
Themenbereich 13: Kanten und definierte Übergänge zwischen Geometrieelementen
  • Kanten mit unbestimmter Gestalt (ISO 13715:2017): Normgerechte Spezifikation, Mehrdeutigkeit und grundsätzliche Probleme der Verifikation
  • Spezifikation von definierten Übergängen zwischen Geometrieelementen (ISO 21204:2020): Symbolik, we­sentliche Inhalte, mathematische Grundlagen und Anwendungsbeispiele
Themenbereich 14:  Besondere Anwendungsfälle und Tolerierung beweglicher Baugruppen

Spezifikation besonderer geometrischer Elemente

  • Tolerierung von Kegeln (ISO 3040:2016) und Keilen (ISO 2538-2:2014)
  • Profiltolerierung von Rohren (u. a. ISO 1660:2017)
  • Tolerierung von Gewinden (ISO 1101:2017)

Tolerierung beweglicher Baugruppen (ISO/TS 17863:2013)

  • Begriffe und Symbolik
  • Allgemeines Konzept und Regeln für die Spezifikation in Abhängigkeit der funktionellen Anforderungen
  • Anwendungsfälle und Anwendungsbeispiele
Themenbereich 15:  Definitionsnahe Verifikation dimensioneller und geometrischer Merkmale
  • Mess- und Prüfverfahren (z. B. Koordinatenmesstechnik, Computertomographie)
  • Methoden- und Implementierungsunsicherheit (ISO 17450-2:2012)
  • Entscheidungsregeln für den Nachweis von Konformität oder Nichtkonformität mit Spezifikationen (ISO 14253-1:2017)
Themenbereich 16:  Signifikante Unterschiede zwischen ISO GPS und ASME Y14.5-2009/-2018
  • Ausgewählte Unterschiede der Interpretation und Verifikation dimensioneller und geometrischer Toleran­zen zwischen ISO GPS und ASME Y14.5 (Default-Regeln und Symbolik)
  • Anwendungsgrenzen von ASME Y14.5-2018
Themenbereich 17:  Teilnehmerfragen, Abschlussdiskussion, wichtige GPS-Normen und Literatur
  • Klärung offener Fragen und Verständnisfragen aus dem Teilnehmerkreis sowie Diskussion firmenspezifi­scher Fragestellungen
  • Diskussion ausgewählter kundenspezifischer Produktdokumentationen («Zeichnungen»)
  • Tipps für die Weiterarbeit nach dem Seminar: Betriebliche Implementierung eines Toleranzmanagement­systems auf Basis des GPS-Normensystems der ISO
  • Hilfreiche und unbrauchbare Literatur zur dimensionellen und geometrischen Tolerierung
  • Zusammenfassung der wichtigsten GPS-Normen der ISO für die dimensionelle und geometrische Tolerierung