NEU: ISO GPS - Das Normensystem verstehen und richtig anwenden

Das ISO GPS Normenwerk verstehen, richtig anwenden sowie erfolgreich und effizient betrieblich einführen, durch ein umfassendes Verständnis der Inhalte sowie Kenntnis der Herausforderungen und Risiken

Zum Thema

ISO GPS - ein Begriff, der sich zunehmend in den Entwicklungsabteilungen, der Produktion aber auch in der Qualitätssicherung herumspricht. Dennoch: Auch knapp ein Jahrzehnt nach Einführung der ersten nutzbaren GPS-Standards ist noch immer nicht ausreichend bekannt, was hinter dem Normensystem wirklich steckt, welchen Nutzen aber auch welche Herausforderungen und Risiken die betriebliche Einführung eines intelligenten Toleranzmanagements auf Basis von ISO GPS für die Unternehmen mit sich bringt.

Das ISO GPS Normensystem (GPS = Geometrische Produktspezifikation) ist ein komplexes, umfassendes Normenwerk, mit dem Ziel widerspruchsfreie Regeln ("Werkzeuge") bereitzustellen, die es erlauben, geometrische Merkmale, wie z. B. Größenmaß, Form, Richtung, Ort oder Lauf in technischen Spezifikationen vollständig und eindeutig zu beschreiben. Weiterhin umfasst das Normenwerk Regeln für einen eindeutigen Nachweis der Konformität des gefertigten Produkts mit den spezifizierten Anforderungen (Verifikation). Letzteres schließt die zugehörigen Messmittel, die Kalibrierverfahren für diese Messmittel sowie die Messunsicherheit mit ein.

Kurz gesagt: ISO GPS - eine komplexe, hoch entwickelte „geometrische Sprache" - definiert und legt widerspruchsfrei für alle relevanten geometrischen Merkmale die Symbolik, die Toleranzmerkmale, die Merkmale der zugehörigen Geometrieelemente am gefertigten Werkstück, die Anforderungen für den Vergleich zwischen Messergebnissen und Spezifikation, die Anforderungen an die Messung sowie an die Messgeräte und schließlich die Kalibrierung und Kalibrierverfahren für diese Messgeräte fest.

Am Ende des betrieblichen Implementierungsprozesses von ISO GPS stehen eindeutige und funktionsorientierte Produktspezifikationen in einer weltweit für die Entwicklung, Fertigung und Messtechnik verständlichen geometrischen "Sprache". Der Vorteil für die Unternehmen - bei richtiger Anwendung der Standards - ist nicht nur eine Verminderung der Produkthaftungsrisiken sowie eine deutliche Reduzierung des internen und externen (Kunden und Lieferanten) Kommunikationsbedarfs, sondern insbesondere eine Vereinfachung der Produktspezifikationen mit einer geringeren Anzahl zu prüfender Merkmale nebst Vermeidung von "Angsttoleranzen" (geringere Entwicklungs-, Fertigungs- und Qualitätskosten und kürzere Entwicklungszeiten). Mittelfristig erlauben jedoch nur Produktspezifikationen auf Basis von ISO GPS die Nutzung der bereits in der Entwicklungsphase generierten digitalen geometrischen Daten (CAD) - nicht nur für die Produktion, sondern insbesondere auch für die Qualitätssicherung und sichern somit als integraler Bestandteil von "Industrie 4.0" längerfristig die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens.

Die Erfahrung zeigt jedoch, dass viele Anwender, insbesondere in Konstruktion, Entwicklung, Qualitätssicherung und Messtechnik bereits beim Verständnis der - zugegebenermaßen komplexen - Norminhalte scheitern oder die Regeln falsch anwenden, mit der Konsequenz, dass mehr als 80 % aller Produktspezifikationen mitunter erhebliche Tolerierungsfehler beinhalten und somit Funktionsanforderungen nicht eindeutig beschreiben. Zudem wird auch meist fehlerhaft im Sinne der Zeichnungs- oder normativen Vorgaben geprüft - mit den bekannten, teilweise weitreichenden Konsequenzen für die Produktqualität, die Entwicklungs-, Fertigungs- und Prüfkosten, die Produkthaftung sowie die interne und externe Kommunikation.

Vielfach wird ohne konkretes Know-How über die einschlägigen GPS-Regeln, ohne professionelle Begleitung und mit einem viel zu knappen Zeit- und Kostenbudget versucht, eines der zwischenzeitlich größten Normenwerke der mechanischen Technik zu verstehen oder gar betrieblich einzuführen. Ein weit verbreiteter Irrtum ist es auch, ISO GPS in ein- oder zweitägigen Seminaren den Mitarbeitern vermitteln zu können. Die betriebliche Implementierung von ISO GPS ist vielmehr ein meist mehrjähriger Prozess, der einer gründlichen Planung, der konsequenten Umsetzung und eines innerbetrieblichen Expertenteams bedarf. Die Anwendung von ISO GPS hat das Potenzial gewohnte Abläufe in den Entwicklungsabteilungen aber auch in der Qualitätssicherung mitunter signifikant zu verändern.

Es reicht bei Weitem nicht aus, den künftigen Anwendern von ISO GPS nur die Werkzeuge und Regeln aus den einschlägigen Normen zu erklären. Das Rezitieren von Norminhalten oder die Vermittlung von Lehrbucherkenntnissen führt in der Regel nicht zum Ziel. Damit Teilnehmer und Unternehmen einen wirtschaftlichen Mehrwert haben, müssen Trainingsinhalte und Implementierungsprozess an die spezifischen Kundenanforderungen sowie die Produkte angepasst werden. Die praktische Umsetzung der Inhalte der relevanten ISO GPS Standards muss unter Berücksichtigung der kundenspezifischen Fertigungs- und Prüfprozesse individuell an das Produktportfolio und die Funktionsanforderungen der Produkte angepasst werden.

Seminarziel

Ziel dieses zweitägigen Seminars ist es, Ihnen einen fundiertenÜberblick über den Aufbau und die wichtigsten Inhalte des ISO GPS Normensystems zu geben. Die wichtigsten (voraussichtlichen) Normänderun­gen in den kommenden Jahren werden Ihnen bekannt sein. Nach dem Besuch des Seminars können Sie abschät­zen, welches Potenzial die "GPS-Werkzeuge" bereithalten, insbesondere um die Entwicklungs-, Ferti­gungs- und Prüfkosten sowie die interne und externe Kommunikation mittelfristig in Ihrem Unternehmen zu reduzieren, die Pro­duktqualität zu stei­gern und gegebenenfalls Produkthaftungsrisiken zu minimieren und somit nicht zuletzt die Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens sicherzustellen.

Ein weiteres Ziel des Seminars soll Ihnen mögliche Strategien einer effizienten betrieblichen Implementierung von ISO GPS aus unse­rer langjährigen Erfahrung heraus aufzeigen. Thematisiert werden soll jedoch auch der damit ver­bundene Aufwand sowie die eventuellen Risiken. Sie sollten am Ende des Seminars letztlich abschätzen können, ob sich eine be­triebliche Einführung lohnt und wann ggf. mit der Einführung unumkehrbar begonnen werden sollte.

Als nützlicher "Nebeneffekt" des Seminarbesuchs wird es Ihnen möglich sein, die Qualität Ihrer Pro­duktspezifikationen (Konstruktionszeichnungen) als auch die zugehörigen Prüfprozesse im Kontext der heute gültigen Standards richtig zu beurteilen und ggf. sinnvolle und zielgerichtete erste Optimie­rungsschritte einzuleiten.

Inhalte

  • Das ISO GPS-Normensystem - Aufbau und Rechtsverbindlichkeit
    - Aufbau des ISO GPS-Normensystems - Das ISO GPS Matrix-Modell (ISO 14638:2015)
    - ISO GPS - Rechtverbindlichkeit und Produkthaftung: Das sollten Sie unbedingt wissen
    - Recherchemöglichkeiten für ISO GPS-Normen
  • Die wichtigsten ISO GPS-Normen und ihre zentralen Inhalte
    - ISO 8015: Fundamentale Regeln, Konzepte und Prinzipien für die Zeichnungsinterpretation
    - ISO 14405-1, -3: Dimensionelle Tolerierung: Mit dimensionellen Toleranzen Funktionsanforderungen beschreiben
    - ISO 14405-2: Unbrauchbare Zeichnungseintragungen erkennen und sicher beseitigen 
    - ISO 1101: Geometrische Tolerierung: Grundlegende Regeln und Werkzeuge für eine funktionsorientierte geometrische Tolerierung
    - ISO 5459: Bezüge und Bezugssysteme funktions-, prüf- und kostengerecht spezifizieren
    - ISO/DIS 5459:2016: Unbrauchbare Bezüge erkennen und sicher beseitigen
    - ISO 5458 und ISO 1660: Position und Profil: Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der wichtigstenTolerierungswerkzeuge
    - ISO 2692: Maximum-Material- und Wechselwirkungsbedingung: Werkzeuge zur Kostenreduktion in Produktion und Qualitätssicherung
    - ISO 17450-3 (fundamentale ISO GPS Norm): Neue Default-Regeln für integrale und abgeleitete tolerierte Geometrieelemente
    - ISO 14253-1: Wer hat Recht? - Entscheidungsregeln für den Nachweis von Konformität oder Nichtkonformität mit Spezifikationen
  • Die wichtigsten Regeländerungen und neue nützliche GPS-Werkzeuge in 2017 und 2018
    - ISO 1101:2017: Die wichtigsten Regeländerungen und neue Tolerierungswerkzeuge kennen und richtig anwenden
    - ISO/DIS 5459:2016: Erweiterte Möglichkeiten (Werkzeuge) zum Blockieren von Freiheitsgraden sowie geplante Regeländerungen
    - ISO/DIS 5458:2016: Mustertolerierung erweitert die Anwendungsmöglichkeiten der GPS-Werkzeuge zur Funktionsbeschreibung
    - ISO 1660:2017: Produktspezifikationen und Prüfprozesse signifikant vereinfachen durch korrekte Einbindung digitaler CAD-Datensätze
    - Nutzen, Risiken und weit verbreitete Fehler der Einbindung digitaler CAD-Datensätze
  • Die 10 häufigsten Tolerierungsfehler in Konstruktionszeichnungen - Fehler erkennen und sicher beseitigen
    - Checkliste der häufigsten Tolerierungsfehler - Fehlerhafte Spezifikationen sofort erkennen und beseitigen
    - "Angstoleranzen" - Welche Auswirkungen haben zu kleine Toleranzen für die Fertigungs- und Prüfprozesse?
    - Erzeugung unbrauchbarer Produktspezifikationen durch Anwendung von linearen Abständen, Winkelabständen, Radien & Co.
    - Die wichtigsten Allgemeintoleranznormen (z. B. ISO 2768-1, -2; DIN 16742): Gefährliche Lücken und Anwendungsgrenzen
    - Strategien zur weitgehenden Vermeidung von Allgemeintoleranznormen in Technischen Produktspezifikationen
    - Die wichtigsten Default-Regeln (Vereinbarung, die ohne gesonderte Symbolik verbindlich sind) des ISO GPS-Normensystems
  • Richtige Interpretation von Messergebnissen
    - Das müssen Sie bei der Interpretation eines Messprotokolls wissen, um auf "Augenhöhe" kommunizieren zu können
    - Fehlerhafte Messergebnisse sofort erkennen und qualifiziert reklamieren
    - Mindestanforderung an qualifizierte Prüfprotokolle (u. a. VDI 2631 Blatt 9)
  • Betriebliche Implementierung von ISO GPS - Vorteile und Risiken
    - Szenarien der betrieblichen Einführung von ISO GPS - Nur die richtige Planung garantiert den Erfolg
    - Herausforderungen für die Unternehmen, Kosten- und Zeitbudget
    - 10 Jahre Erfahrungen bei der Einführung von ISO GPS - Die wichtigsten Tipps aus erster Hand
    - Bringt die betriebliche Einführung von ISO GPS den Unternehmen tatsächlich einen messbaren wirtschaftlichen Vorteil? - Die Fakten
    - Wird die Rechtssicherheit von Produktspezifikationen durch Anwendung von ISO GPS tatsächlich erhöht? - Eine kritische Betrachtung
  • Mindestanforderungen an eine ISO GPS Weiterbildungsmaßnahme - So finden Sie den richtigen Anbieter
    - Anforderung an die fachliche Qualifikation und praktische Erfahrung des Referenten
    - Vergleich ASME Y14.5.2:2000 (Certification of Geometric Dimensioning and Tolerancing Professio­nals)
  • Abschlussdiskussion und Teilnehmerfragen

 

Seminardauer:   2 Tage

Seminartyp:       Inhouse-Seminar

Bezeichnung:     GPS-KNWL

Abschluss:          Teilnahmezertifikat

Bonus:                Zugang zum Kundenbereich auf unserer Homepage

Haben Sie Fragen zum Seminar oder wünschen Sie ein unverbindliches Angebot? Dann nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.