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Bei der "praktischen" Anwendung der in den einschlägigen internationalen (ISO-GPS) Normen zur Verfügung gestellten Werkzeuge treten in der Regel eine Vielzahl an Fragen auf. Diese beginnen beim Verständnis des Normeninhaltes und gehen über die "richtige" Interpretation von Zeichnungs­eintragungen bis zur Lösung konstruktiver Aufgabenstellungen. Weitere Fragen ergeben sich bei der Abbildung der neuen geometrischen Werkzeuge in CAD-Programmen, der wirtschaftlichen messtech­nischen Umsetzung sowie der flächendeckenden betrieblichen Einführung dieses komplexen Normensys­tems.

Unsere langjährige Erfahrung zeigt jedoch auch, dass die damit verbundenen Fragestellungen trotz der großen Diversität hinsichtlich konstruktiven Anforderungen, Bauteilgrößen oder eingesetzten Werkstoffen häufig nahezu identisch sind.

Wir möchten Ihnen mit diesem Diskussionsforum eine Plattform zur Verfügung stellen, Ihre Fragen und „Tolerierungsprobleme“ zu diskutieren. Möglicherweise finden Sie auch in den bereits bearbeiteten Forenbeiträgen die Antwort auf eine Ihrer Fragestellungen.

Wir hoffen, dass dieses Diskussionsforum einen regen Erfahrungsaustausch initiiert und zu einer schnellen Beantwortung Ihrer Fragen führt. Hier können Sie sich für das Forum registrieren.

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Formtoleranzen bei geometrisch nicht bestimmten Konturen

Hallo liebes Forum,

ich habe folgendes Problem bei dem ich etwas überfordert bin.
Ein Strangpressprofil hat keine exakt definierte Kontur. Die Kontur hat sich aus einer FEM Analyse ergeben und wurde dementsprechend übernommen.
Mein Plan war es nun die Außenfläche mit einer Flächenform zu tolerieren, damit zum einem die Wandstärke und zum anderen die Kontur eingehalten werden.
Nun das Problem, damit die theoretisch genaue Fläche festgelegt werden kann muss ich diese mit TED-Maßen versehen und genau das ist nicht möglich. Da sich der Radius über die gesamte Fläche ändert (siehe Skizze). Wie kann ich dieses Dilemma umgehen bzw. gibt es hierzu andere Lösungsmöglichkeiten?

Grund für die Toleranz ist übrigens der, dass bei diesen Profil an beiden Enden ein Deckel aufgesetzt werden sollte der das Profil einige Millimeter umschließt.

Vielen Dank bereits im Voraus für eure Unterstützung.

lg

Gernot

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gernotsendlhofer
Mitglied seit 20. 04. 2016
2 Beiträge

Hallo Herr Sendlhofer,
vielen Dank für Ihren Beitrag. Theoretisch exakte Maße müssen nicht unbedingt auf der Zeichnung spezifiziert werden, bei vielen komplexen Geometrien ist dies auch nicht möglich. Sofern die Fertigung (in Ihrem Fall müsste dies der Werkzeugbau sein) und die nachfolgende Messtechnik die digitalen Geometrieinformationen verarbeiten können, genügt in der Produktspezifikation eine Hinweis auf das CAD-Modell. Der Eintrag könnte beispielsweise lauten: "Nenngeometrie (theoretisch exakt) aus CAD-Modell XYZ 12345-008". Wichtig ist eine eindeutige Identifizierung des CAD-Modells. Diese Vorgehensweise ist beispielweise bei der Entwicklung von Kunststoff-Spritzgussteilen oder Metallgussteilen Stand der Technik. Einige Hinweise finden Sie auch in VDA 4953 oder ISO 16792.

Ich habe Ihnen einen Lösungsvorschlag beigefügt, unter der Annahme, dass die Funktion die Montierbarkeit des Deckels ist.

Bezüglich der "allgemeinen Profiltoleranz" von 2 mm, sollte derzeit noch das Assoziationsverfahren für das Referenzelement (in diesem Fall das CAD-Modell) an das extrahierte Geometrieelement vereinbart werden. Künftig (mit Herausgabe der neuen ISO 1101, sofern keine Änderungen mehr stattfinden) wird es die Minimax- (Tschebyscheff-) Assoziation sein. Das Symbol für die "allgemeine Profiltoleranz" sollte noch durch das Spezifikationselement "UF" (vereinigtes Geometrieelement) ergänzt werden, da sonst jedes Geometrieelement gemäß ISO 8015 (Grundsatz des Geometrieelements) einzeln ausgewertet wird. Eventuell sollte noch vermerkt werden, dass sich diese globale Profiltoleranz (im Sinne einer Allgemeintoleranz) auf alle Geometrieelemente des Bauteils beziehen, sofern am Bauteil keine Toleranzen direkt spezifiziert werden.

Beste Grüße

V. Läpple

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volkerlaepple
Mitglied seit 28. 05. 2014
89 Beiträge

Hallo Herr Sendlhofer,

wie schon H. Prof. Läpple ausgeführt hat, kann das zugehörige 3D-Modell auf der Zeichnung entsprechend eingebunden werden. Zudem unterliegt die nicht spezifizierte Geometrie einer allgemeinen Profilformtoleranz. Im Anhang finden Sie dazu meinen alternativen Zeichnungsvorschlag. Die Werte für "t1" und "t2" sind natürlich Bedarfsgerecht festzulegen und könnten auch gleich sein.

Im Gegensatz zum Vorschlag von H. Prof. Läpple habe ich auf den Eintrag der Sammelebene verzichtet, obwohl dies nach neuer Norm wohl nötig wäre. Nach meiner Meinung ist auf dieser Zeichnung klar, was gemeint ist. Bei Einträgen im 3D (ohne Zeichnung) sieht das aber schon anders aus, d.h. hier besteht das Problem wie 'umlaufend' gemeint ist.

Schöne Grüße
GPS2020

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GPS2020
Mitglied seit 12. 11. 2014
34 Beiträge