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Bei der "praktischen" Anwendung der in den einschlägigen internationalen (ISO-GPS) Normen zur Verfügung gestellten Werkzeuge treten in der Regel eine Vielzahl an Fragen auf. Diese beginnen beim Verständnis des Normeninhaltes und gehen über die "richtige" Interpretation von Zeichnungs­eintragungen bis zur Lösung konstruktiver Aufgabenstellungen. Weitere Fragen ergeben sich bei der Abbildung der neuen geometrischen Werkzeuge in CAD-Programmen, der wirtschaftlichen messtech­nischen Umsetzung sowie der flächendeckenden betrieblichen Einführung dieses komplexen Normensys­tems.

Unsere langjährige Erfahrung zeigt jedoch auch, dass die damit verbundenen Fragestellungen trotz der großen Diversität hinsichtlich konstruktiven Anforderungen, Bauteilgrößen oder eingesetzten Werkstoffen häufig nahezu identisch sind.

Wir möchten Ihnen mit diesem Diskussionsforum eine Plattform zur Verfügung stellen, Ihre Fragen und „Tolerierungsprobleme“ zu diskutieren. Möglicherweise finden Sie auch in den bereits bearbeiteten Forenbeiträgen die Antwort auf eine Ihrer Fragestellungen.

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Frage zur Lochbildtolerierung

Hallo zusammen,

aktuell habe ich ein Tolerierungsproblem für ein Abschirmblech, das auf der einen Seite mit M6 Schrauben angeflanscht wird und auf der anderen Seite einen definierten Abstand zu einem rotierendem Bauteil einhalten soll. Zusätzlich sollen die größeren Bohrungen D13, durch die ein Sensor montiert wird, positioniert zu dem kleinen Bohrungslochbild D6.6 liegen.
Hierbei soll eine schwimmende Tolerierung der D6.6 Bohrungen der Montage gerecht werden, bei der die Bohrungen auch so gemittelt positioniert werden, sodass das Bauteil montierbar ist.

Meine Kollegen haben über das Abschirmblech geschaut und sind irgendwie noch nicht wirklich überzeugt.
Aus einer Schulung habe ich ein Beispiel gefunden, bei dem die gemeinsame Toleranzzone (CZ) für das erste Lochbild verwendet wurden.
Diese Tolerierung habe ich soweit übernommen. Jedoch ist meine erste Frage, ob hier die Maximum-Material-Bedingung zulässig ist?

Für die Positionsbeschreibung des zweiten Lochbildes wurde auf das erste Lochbild ein mehrfacher Bezug (6x A) gelegt.
Bei dem Schulungsbeispiel wurde der Bezug A-A eingeführt.
Hierbei wäre meine zweite Frage, ob dies so korrekt ist, wenn das zweite Lochbild auch mit der Maximum-Material-Bedingung bemaßt wird?
Im Buch „Form- und Lagetoleranzen (8. Auflage)“ in der Abbildung 4-30c ist ein ähnliches Beispiel, bei dem aber aus dem ersten Bezug keine gemeinsame Toleranzzone CZ gebildet wird, jedoch der Bezug in Klammern (D-D) gesetzt und ein M angehängt wird.

Welche Tolerierung ist hierbei die richtige, wenn ich der korrekten Montage und der QS-Prüfung mit einer Schablone gerecht werden möchte?

Vielen Dank schon mal für eure Rückmeldung.

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Alphakuchen
Mitglied seit 25. 02. 2016
2 Beiträge

Hallo "Alphakuchen",

beide Ihrer Fragen können jeweils mit JA beantwortet werden, d.h. es darf die Maximum-Material-Bedingung verwendet werden. Dadurch ist auch die Prüfung mit einer einfachen Lehre (Schablone) möglich.

Im Anhang mein Vorschlag zur Tolerierung des Abschirmblechs. Dazu ein paar Erläuterungen:

Da auf Ihrer Zeichnung die ISO 9013 und die ISO 2768 angegeben werden, gibt es eine Mehrdeutigkeit, d.h. welche Allgemeintoleranz gilt bei einem nicht tolerierten Maß? Deshalb habe ich die ISO 9013 gestrichen. Grundsätzlich empfehle ich, alle Toleranzwerte direkt anzugeben (siehe Bohrungen), da dies zur Berechnung (Berücksichtigung der Maximum-Material-Bedingung) einfacher ist, als in irgendwelchen Normen zu suchen.

Nach meinem Verständnis wird in Zukunft ein "CZ" sehr oft eingetragen werden müssen, um ggf. eine unabhängige Betrachtung (gemäß ISO 8015) zu verhindern. Wenn aber im Toleranzindikator ein vollständiges Bezugssystem eingetragen ist, ist meines Erachtens ein "CZ" nicht nötig (es schadet aber vielleicht auch nicht). Im Fall von "CZ" und "M" widersprechen sich die derzeit gültigen ISO-GPS-Normen bzw. Normen-Entwürfe, was nun zuerst eingetragen wird. Ich denke/hoffe, dass die Reihenfolge der Spezifikation im Toleranzindikator keine Rolle spielt.

Da der Bezug A beim Abschirmblech 6x vorkommt, muss im Toleranzindikator ein "A-A" eingetragen werden. Da "M" für diesen gemeinsamen Bezug gelten soll, wird eine Klammer nötig oder die Alternative ohne Klammern – siehe Eintragung in meinen Vorschlag.

In der DIN EN ISO 2692:2015-12 gibt es auf der Seite 51 das Bild A.13, welches ziemlich gut Ihrem Abschirmblech nahe kommt. In der Norm gibt es dazu auch entsprechende Erklärungen.

Mein Ziel war eine vollständige und eindeutige Tolerierung – natürlich sind auch andere Eintragungen möglich.

Schöne Grüße
"GPS2020"

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GPS2020
Mitglied seit 12. 11. 2014
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