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Allgemeine Infos zum Forum

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Bei der "praktischen" Anwendung der in den einschlägigen internationalen (ISO-GPS) Normen zur Verfügung gestellten Werkzeuge treten in der Regel eine Vielzahl an Fragen auf. Diese beginnen beim Verständnis des Normeninhaltes und gehen über die "richtige" Interpretation von Zeichnungs­eintragungen bis zur Lösung konstruktiver Aufgabenstellungen. Weitere Fragen ergeben sich bei der Abbildung der neuen geometrischen Werkzeuge in CAD-Programmen, der wirtschaftlichen messtech­nischen Umsetzung sowie der flächendeckenden betrieblichen Einführung dieses komplexen Normensys­tems.

Unsere langjährige Erfahrung zeigt jedoch auch, dass die damit verbundenen Fragestellungen trotz der großen Diversität hinsichtlich konstruktiven Anforderungen, Bauteilgrößen oder eingesetzten Werkstoffen häufig nahezu identisch sind.

Wir möchten Ihnen mit diesem Diskussionsforum eine Plattform zur Verfügung stellen, Ihre Fragen und „Tolerierungsprobleme“ zu diskutieren. Möglicherweise finden Sie auch in den bereits bearbeiteten Forenbeiträgen die Antwort auf eine Ihrer Fragestellungen.

Wir hoffen, dass dieses Diskussionsforum einen regen Erfahrungsaustausch initiiert und zu einer schnellen Beantwortung Ihrer Fragen führt. Hier können Sie sich für das Forum registrieren.

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Generelle Hüllbedingung in Verbindung mit Modifikationssymbol (GG)

Hallo

Auf unseren Zeichnungen wird meist noch die generelle Hüllbedingung
durch folgenden Hinweis im Zeichnungsschriftfeld angegeben:

Size ISO 14405 (E) ("E" im Kreis)

Zusätzlich wird noch die Allgemeintoleranz nach ISO 2768-mH

Wie verhält es sich nun, wenn z.B. eine einzelne Bohrung wie folgt angegeben wird:
Ø20 ±0,1 (GG)

Durch dieses Modifikationselement, wird doch wohl die Hüllbedingung aufgehoben.
Das bedeutet, es zählt das Unabhängigkeitsprinzip wodurch Abweichungen der Rundheit noch zusätzlich auftreten dürfen.
Laut Tabelle für den Rundlauf sind das bei einem Durchmesser von 20 mm 0,1mm.

Liege ich da richtig oder sehe ich das falsch?

HaraldHaefner
Mitglied seit 15. 02. 2018
15 Beiträge

Hallo Herr Häfner,

ja, das ist korrekt. Ein lokaler Eintrag für die Maßcharakteristik (hier: Größenmaß der kleinsten Abweichungsquadrate) setzt den zeichnungsspezifischen Default-Spezifikationsoperator für lineare Größenmaße (hier: Hüllbedingung) für dieses Größenmaß außer Kraft.

Das Größenmaß der kleinsten Abweichungsquadrate begrenzt keine Formabweichungen, somit sind diese geometrischen Merkmale separat zu spezifizieren (z. B. indirekt durch Verweis auf eine Allgemeintoleranznorm).

Noch eine Info: Der Grundsatz der Unabhängigkeit (ISO 8015) gilt generell auch bei Anwendung der Hüllbedingung als zeichnungsspezifischer Default-Spezifikationsoperator für lineare Größenmaße („Hüllprinzip“). Basierend auf der Definition der Hüllbedingung wird lediglich die Formabweichung und die Parallelität gegenüberliegender Mantellinien auf den Wert der Maßtoleranz begrenzt und somit die Unabhängigkeit zwischen Größenmaß und Form bzw. Richtung (gegenüberliegende Mantellinien) außer Kraft gesetzt, nicht jedoch der Grundsatz der Unabhängigkeit als solcher.

Beste Grüße

V. Läpple

volkerlaepple
Mitglied seit 28. 05. 2014
88 Beiträge