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Bei der "praktischen" Anwendung der in den einschlägigen internationalen (ISO-GPS) Normen zur Verfügung gestellten Werkzeuge treten in der Regel eine Vielzahl an Fragen auf. Diese beginnen beim Verständnis des Normeninhaltes und gehen über die "richtige" Interpretation von Zeichnungs­eintragungen bis zur Lösung konstruktiver Aufgabenstellungen. Weitere Fragen ergeben sich bei der Abbildung der neuen geometrischen Werkzeuge in CAD-Programmen, der wirtschaftlichen messtech­nischen Umsetzung sowie der flächendeckenden betrieblichen Einführung dieses komplexen Normensys­tems.

Unsere langjährige Erfahrung zeigt jedoch auch, dass die damit verbundenen Fragestellungen trotz der großen Diversität hinsichtlich konstruktiven Anforderungen, Bauteilgrößen oder eingesetzten Werkstoffen häufig nahezu identisch sind.

Wir möchten Ihnen mit diesem Diskussionsforum eine Plattform zur Verfügung stellen, Ihre Fragen und „Tolerierungsprobleme“ zu diskutieren. Möglicherweise finden Sie auch in den bereits bearbeiteten Forenbeiträgen die Antwort auf eine Ihrer Fragestellungen.

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M-Bedingung am Bezug von Linienform oder Flächenform

Hallo,

ich habe in der Vergangenheit Zeichnungen gesehen, wobei an den Bezügen von Linien- und Flächenformen die M Bedingung angezogen war. Die Bezüge bei denen die M Bedingungen angewendet werden sollte, waren hierbei Bohrungen.

In den Normen habe ich hierzu keinen Hinweis gefunden.
Ist eine M Bedinung am Bezug von Linien- bzw. Flächenformen möglich oder verstößt dies gegen eine Norm?

mfg
Reimann

Reimann
Mitglied seit 20. 02. 2019
1 Beiträge

Hallo,
vielen Dank für Ihren Beitrag. Es hat etwas gedauert mit meiner Antwort. Die Maximum-Materialbedingung kann nach ISO 2692:2014 nur auf lineare Größenmaßelemente von Typ Kreis/Kreiszylinder, Parallelebenenpaar/Parallelkantenpaar und Kugel als tolerierte Geometrieelemente angewandt werden, da das lineare Größenmaß mit der geometrischen Toleranz zur Bestimmung des Größenmaßes des virtuellen Zustandes (MMVC bzw. MMVS) „verrechnet“ werden muss. Die MMR kann außerdem auch auf Bezüge angewandt werden, sofern das Bezugselement ebenfalls ein lineares Größenmaßelement vom o. g. Typ ist.

Die Spezifikation (siehe beigefügtes Bild) ist somit korrekt, da bzw. sofern der Bezug „B“ ein lineares Größenmaßelement ist (in Ihrem Beispiel ist dies der Fall). Die Anwendung auf Bezüge ist dabei unabhängig vom geometrischen Merkmal, im Beispiel das Flächenprofil (die MMR wurde in diesem Fall ja nicht auf das tolerierte Geometrieelement angewandt).

Die Verifikation (mit einer Funktionslehre oder digital mit einer Messsoftware) kann sich allerdings als problematisch gestalten, falls die MMR nur auf das Bezugselement, nicht jedoch auch auf das tolerierte Geometrieelement angewandt wird (in diesem Beispiel nicht möglich, da das tolerierte Geometrieelement ein integrales Geometrieelement ist). Dennoch ermöglich die Spezifikation der MMR am Bezug etwas mehr „Freiraum“ für die Produktion, ohne die Funktion zu gefährden, sofern das lineare Größenmaß am Bezugselement am LMS ist. Diese Form der Anwendung findet man hauptsächlich in Spezifikationen auf Basis von ASME Y14.5.

Beste Grüße

V. Läpple

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volkerlaepple
Mitglied seit 28. 05. 2014
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