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Bei der "praktischen" Anwendung der in den einschlägigen internationalen (ISO-GPS) Normen zur Verfügung gestellten Werkzeuge treten in der Regel eine Vielzahl an Fragen auf. Diese beginnen beim Verständnis des Normeninhaltes und gehen über die "richtige" Interpretation von Zeichnungs­eintragungen bis zur Lösung konstruktiver Aufgabenstellungen. Weitere Fragen ergeben sich bei der Abbildung der neuen geometrischen Werkzeuge in CAD-Programmen, der wirtschaftlichen messtech­nischen Umsetzung sowie der flächendeckenden betrieblichen Einführung dieses komplexen Normensys­tems.

Unsere langjährige Erfahrung zeigt jedoch auch, dass die damit verbundenen Fragestellungen trotz der großen Diversität hinsichtlich konstruktiven Anforderungen, Bauteilgrößen oder eingesetzten Werkstoffen häufig nahezu identisch sind.

Wir möchten Ihnen mit diesem Diskussionsforum eine Plattform zur Verfügung stellen, Ihre Fragen und „Tolerierungsprobleme“ zu diskutieren. Möglicherweise finden Sie auch in den bereits bearbeiteten Forenbeiträgen die Antwort auf eine Ihrer Fragestellungen.

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Rauheitsangaben von Kunststoffteilen VDI 3400 vs Ra/Rz

Geschätzte Forumsgemeinde,

Bei der Rauheits Spezifikation von Kunststoff Spritzgussteilen sieht man
oft einen Verweis auf die VDI 3400 Norm. Diese Norm beschreibt die Oberflächenbeschaffenheit vom Spritzgusswerkzeug, jedoch nicht vom daraus gespritzten Teil.

Es leuchtet ein dass die Struktur des Werkzeuges z.T in die Struktur des Kunststoffteiles übertragen wird.

Ist es jedoch richtig dass auf einem Kunststoffteil die Rauheit bzw Struktur des Werkzeuges spezifiziert wird? Sollte nicht eine entsprechende Ra / Rz angewendet werden?

Leider finde ich keine hilfreichen Antworten im Internet. Es gibt zwar Tabellen mit Richtwerten von VDI 3400 zu Ra/Rz, ob das so Anwendbar ist?
http://zimob.de/wp-content/uploads/2014/04/Rauheitsvergleich-A3.pdf

Vielen Dank für sachdienliche Hinweise.

Gruss Noel Pasquier

NoelPasquier
Mitglied seit 14. 02. 2016
6 Beiträge

Hallo Noel,
wir fertigen u.a. auch Kunststoff-Spritzgussteile.

Entscheident ist bei uns die Oberflächenbeschaffenheit des gespritzten Teils.
Es werden somit immer die Oberflächen der Spritzgußteile toleriert.

Diese VDI-Richtlinie kenne ich gar nicht.

Gruss Harald

HaraldHaefner
Mitglied seit 15. 02. 2018
15 Beiträge

Hallo Harald,

Danke für deine Antwort. Da scheint eine nicht ganz einfach zu beantwortende Frage zu sein

Bei uns ist auch die Oberfläche des Kunststoff Teils entscheidend.
In überwiegend Werkzeuglastigen Firmen wird oft noch mit der VDI 3400 gearbeitet.

Gruss Noel

NoelPasquier
Mitglied seit 14. 02. 2016
6 Beiträge

Liebes Forum

Aus meiner Erfahrung gibt es keine eindeutige Antworten.

Die resultierende Struktur/Rauheit ein gespritzten Kunststoffteil hängt von diversen Parametern ab, u.a.:

  • Oberfläche des Werkzeugs
  • Material des Werkzeugs
  • Entformungsschräge (grobe Strukuren erfordern einen grössere Schräge)
  • Verspritztes Material (Viskosität, Füllstoffe)
  • Verarbeitungsprozess

Ausserdem gibt es verschiedene "Normen":

  • SPI (Society of the Plastics Industry) definiert 12 Grades
  • VDI 3400
  • ISO 1302

Einen Vergleich der "Normen" liefert: https://www.flickr.com/photos/60055955@N06/16652242101 (Kein Anspruch auf Korrektheit )

Zuletzt gibt es unterschiedliche funktionelle Anforderungen

  • Optische Erscheinung, keine technische Funktion
  • Technische Funktion (z.B. Reibung), keine optische Funktion

Optische Erscheinung
Wir definieren meist einen SPI Grade des Werkzeugs und das Werkzeug-Material (Stahlsorte). Häufig geht es primär darum, dass mehrere Teile aus unterschiedlichen Werkzeugen die gleiche Erscheinung haben, der absolute Wert ist weniger wichtig.
Teilweise arbeiten wir dabei mit eingefärbten Flächen und einer Tabelle welche die Farben einer Struktur zuordnet.

[b]Technische Funktion[b]Wir definieren einen Ra-Werte, welche am Teil gemessen werden muss. Dies weissen wir gemäss ISO 1302 direkt auf den jeweiligen Flächen aus.

Grüsse
gpsnoob

GPSnoob
Mitglied seit 11. 03. 2016
11 Beiträge

Hallo GPSnoob,

Danke für deine Erläuterungen.

Wird der Ra Wert über ein Tastschnittverfahren oder optisch gemessen?

Der Anpressdruck des Messtasters könnte je nach Härte des Kunststoffes
auch einen Einfluss auf das Messergebnis haben, denke ich.

Gruss Noel

NoelPasquier
Mitglied seit 14. 02. 2016
6 Beiträge